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Umstellung auf Beikost und Kauentwicklung – Zusammenhang zur Logopädie

Wann sollte auf Beikost umgestellt werden?

Mindestens vier ganze Monate sollte das Baby ausschließlich mit Milch ernährt werden. Ab Beginn des fünften Lebensmonats, spätestens mit Beginn des 7. Lebensmonats, wird die Beikost eingeführt. 
Wichtig ist, dass die Beikost erst angeboten wird, wenn der Säugling Interesse am Essen zeigt. Falls das Baby den angebotenen Brei noch stark und ständig mit der Zunge nach vorne schiebt (Zungenvorstoß), muss noch etwas abgewartet werden.

Wichtig ist:
Mit Einführung der Beikost, also um ca. 6 Monate, ist das Anbieten des Bechers empfehlenswert. Das Bechertrinken und Essen muss in den nächsten Monaten konsequent und häufig geübt werden, sodass ein komplettes Abstillen / Fläschchenentwöhnen bis ca. 12-18  Monaten möglich ist. Zwischen 6 und 12 Monaten ist das Entwöhnen des nächtlichen Trinkens ratsam.

Wie gelingt die Umstellung auf feste Nahrung?

Eine wichtige Voraussetzung für gutes Kauen und Schlucken ist das Sitzen beim Essen.

Kinder sollten selbst ganz ohne Hilfe im Alltag zum Sitzen kommen. Dann haben sie eine so gute Körperspannung und Körperkoordination, dass sie auch festere Nahrung essen können.
Im Hochstuhl müssen die Eltern auf eine aufrechte Sitzhaltung achten.
Der Stuhl sollte eine Fußstütze aufweisen, welche auf die Größe des Kindes angepasst ist.

Was ist der Grund für eine aufrechte Sitzhaltung?
Ein Kind braucht die Stabilität, um gut kauen und gut schlucken zu können.

So verläuft die normale Entwicklung des Kauens:

Bereits mit 8 Monaten enthalten die meisten Baby-Breie größere Nahrungsstückchen, um das Kauen der Kinder anzuregen. Manche essen diese Breie gerne und teilweise sogar besser als die fein pürierten Breie und haben mit der Umstellung gar keine Probleme. Andere Kinder würgen sofort, wenn sie ein Stückchen spüren und lehnen den Brei ab.

Hier sollten die Eltern diese Breie zwar weiterhin anbieten, aber sich und das Kind nicht unter Druck setzen. Viele Kinder können diese Stückchen im Brei dann mit 9 oder 10 Monaten gut akzeptieren. Andere essen diese nie und wollen gleich „Fingerfood“ vom Familientisch: Z. B. eine ganze Kartoffel in die Hand, ein Röschen Brokkoli, Nudeln oder Ähnliches. Manche Kinder steigen schon zwischen dem 10. und dem 12. Lebensmonat komplett auf das Essen am Mittagstisch um. Hier können dem Kind kleine Stückchen angeboten werden. Wenn das Kind diese selbst vom Teller nehmen darf, ist es meist zum Einen sehr stolz über sein Können und zum Anderen schult es sehr gut seine Hand-Mund-Koordination. Auch kleine Fleischstückchen sollten dem Kind zum Anregen des Kauens nicht zu spät angeboten werden.

Viele Eltern haben Angst, die Kinder würden sich verschlucken. Aber jedes Kind, welches das Kauen und Essen lernt, verschluckt sich manchmal.

Aufgrund dieser Angst vor dem Verschlucken des Kindes geben Eltern daher dem Kind oft zu spät Lebensmittel, welche die Kaumuskulatur in geeigneter Weise anregen können.

Geben Sie dem Kind früh genug auch die Rinde vom Brot (kleine Brotstückchen mit Rinde als „Fingerfood“) oder lassen Sie die Schale am Apfel. Wenn Sie das Kind beim Essen beobachten, kann eigentlich nichts passieren.

Maßnahmen, wenn sich das Kind verschluckt

  • Ruhe bewahren
  • Nicht gleich auf den Rücken klopfen. Das könnte die Nahrung noch weiter in die Luftröhre befördern
  • Wenn das Kind die Nahrung nicht hoch würgen kann: Das Kind über die Knie legen
  • Wenn das noch nicht hilft: festerer Stoß mit der Hand zwischen die Schulterblätter (über den Knien hängend)

Besuchen Sie ggf. einen Erste-Hilfe-Kurs speziell für Kinder, damit Sie sich sicherer fühlen.

Bekommt das Kind zu wenig Kauanregung, kann es (neben einer ganzen Reihe weiterer möglicher Ursachen, z. B. Daumenlutschen oder langer Schnullergebrauch) zu einer Schluckfehlfunktion kommen, welche ihre Ursache in einer Muskelschwäche im Mundbereich hat (Myofunktionelle Störung = Muskelfunktionsstörung im Mundbereich).

Praxis für Logopädie A. Kittel

Inh. Nina Förster
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