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Hörstörungen im Kindesalter in Verbindung mit Sprachentwicklungsstörungen

Wie kommt es zu Hörstörungen?

Das Hörorgan entwickelt sich bereits zwischen dem fünften und sechsten Schwangerschaftsmonat.
Die meisten Hörstörungen entstehen bereits vor-, während oder kurz nach der Geburt durch Infektionen, Medikamente, Frühgeburten oder Sauerstoffmangel. Hörstörungen können jedoch auch vererbt werden oder im Rahmen von Syndromen auftreten.
Häufige Mittelohrergüsse zum Beispiel verursachen oft Schallleitungsschwerhörigkeiten (Probleme bei der Schallweiterleitung im Mittelohr). Diese werden leider bei vielen Kindern erst im Kleinkindalter bemerkt.

Welche Formen und Schweregrade von Hörstörungen gibt es?

Wie sind die Auswirkungen auf das Verstehen und Produzieren von Sprache?
Grundsätzlich unterscheidet man 3 verschiedene Arten von Hörstörungen:

  1. Schallleitungsschwerhörigkeit: Schädigung im Mittelohr, auch z. B. durch Mittelohrergüsse
  2. Schallempfindungsschwerhörigkeit: Schädigung im Innenohr
  3. Zentrale Fehlhörigkeit: Schädigung in den Hörbahnen / Hörzentren des Gehirns

Wie sind die Auswirkungen auf das Verstehen und Produzieren von Sprache?

Hörverlust

Bezeichnung

Verstehen und Sprache

< als 30 dB

Leichtgradige Hörschädigung

Evtl. Ausspracheprobleme mancher Laute. Probleme beim Verstehen von Flüstersprache.

30 bis 60 dB

mittelgradige Hörschädigung

Ohne frühe Hörgeräteanpassung haben Kinder Probleme Sprache normal zu verstehen und korrekt zu sprechen.

60 bis 90 dB

hochgradige oder an Taubheit grenzende Hörschädigung

Ohne frühe Hörgeräteversorgung ist das Verstehen von normal gesprochener Sprache nicht mehr möglich. Es kommt zu Sprachentwicklungsstörungen.

90 bis 120 dB

Resthörigkeit

Ohne Hörgeräte können höchstens minimale Hörreste genutzt werden - ein Sprachverstehen ist nicht möglich

> 120 dB

Gehörlosigkeit / Taubheit

Die Hörschädigung ist so stark, dass auch Hörgeräte keinen Einfluss mehr nehmen können. Ein CI (CochleaImplantat) kann ggf. eingesetzt werden.

Wie läuft eine logopädische Therapie bei Hörstörungen ab?

Säuglinge und Kleinkinder sollten frühzeitig mit passenden Hörgeräten oder einem Cochlea-Implantat versorgt werden.
Wichtig ist, so früh wie möglich mit gezieltem logopädischem Hör- und ggf. Sprachtraining zu beginnen. Schon bei Säuglingen ist eine logopädische Therapie möglich!

Zum Cochlea-Implantat:
Ein Cochlea-Implantat (kurz: CI) ist eine Innenohrprothese für hochgradig schwerhörige und gehörlose Kinder oder Erwachsene, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen.
CIs wandeln Schall in elektrische Impulse um, durch die der Hörnerv in der Hörschnecke stimuliert wird. So können Sprache und Töne wieder wahrgenommen werden.

Ziel der Therapie ist die Verbesserung der Sprachentwicklung und damit das Erreichen einer bestmöglichen Kommunikationsfähigkeit des Kindes.
Weitere Inhalte zur Therapie lesen Sie z. B. unter Vorschulkinder Aussprache und Sprachprobleme.

Praxis für Logopädie A. Kittel

Inh. Nina Förster
Nürtinger Str. 5
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T: +49 (71 23) 20 02-41



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