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Kau- und Schluckprobleme bei Kleinkindern

- Mundatmer und „Sabberkinder“ -

Normale Kauentwicklung

Eine wichtige Voraussetzung für gutes Kauen und Schlucken ist das Sitzen beim Essen:

Kinder sollten ganz ohne Hilfe zum Sitzen kommen. Dann haben sie eine so gute Körperspannung und Körperkoordination, dass sie auch festere Nahrung essen können.
Im Hochstuhl müssen die Eltern auf eine aufrechte Sitzhaltung achten.
Der Stuhl sollte eine Fußstütze aufweisen, welche an die Größe des Kindes angepasst ist.

Warum?
Ein Kind braucht die Stabilität, um kauen und gut schlucken zu können.

Bekommt das Kind schon im ersten Lebensjahr zu wenig Kauanregung, kann es (neben einer ganzen Reihe weiterer möglicher Ursachen, z. B. Daumenlutschen oder langer Schnullergebrauch) zu einer Schluckfehlfunktion kommen, welche ihre Ursache in einer Muskelschwäche im Mundbereich hat (Myofunktionelle Störung = Muskelfunktionsstörung im Mundbereich).

Myofunktionelle Störungen

Erscheinungsformen einer Myofunktionellen Störung im Kleinkindalter

  • Offene Lippenhaltung
  • Zunge liegt am Mundboden oder zwischen den Lippen / Zähnen
  • „Lispeln“
  • Speichelfluss, der nicht auf das Zahnen zurückzuführen ist

Mögliche spätere Folgen einer Myofunktionellen Störung

  • Das kleinkindhafte Schluckmuster (gegen die Zähne gerichtet) bleibt bestehen. Dadurch kann es zu Zahn- und Kieferfehlstellungen kommen, z. B. stark vorstehende Schneidezähne (Protrusion), Kreuzbiss, offener Biss.
  • Verwaschene Aussprache oder Aussprachestörung („lispeln“)

Macht eine frühe Therapie bei Myofunktionellen Störungen Sinn?

Ja. Eine Therapie ist bereits ab 1,5 bis 2 Jahren möglich. Wir behandeln in diesem Alter das Lispeln noch nicht, denn ein so kleines Kind kann die Aussprache noch nicht verändern. In diesem Alter können wir jedoch die Mund- und Gesichtsmuskulatur auf spielerische Weise trainieren und verändern so auch die Wahrnehmung für die Mund- und Nasenatmung.
Mit einer frühen Therapie können die oben genannten möglichen Folgen verhindert bzw. reduziert werden.
Bei einer zu niedrigen Körperspannung, z. B. durch ein angeborenes Syndrom (z. B. Morbus Down), kann es zu Problemen in der Umstellung von der Flasche zum Brei bzw. vom Brei zur festeren Kost oder zur Angewöhnung des Bechertrinkens kommen.
Hierfür gibt es, genauso wie für Kinder mit neurologisch bedingten Schluckstörungen oder Schluckstörungen bei Lippen-, Kiefer-, Gaumensegelspalten oder Pierre-Robin-Sequenz gezielte Therapiemethoden, die wir in der Praxis anbieten.

Das Lispeln und das falsche Schlucken können erst ab 4-5 Jahren gezielt therapiert werden.

Siehe auch: Säuglinge – „Frühchen – LKGS

Sabberkinder – Mundatmer

Was tun bei Sabberkindern und Mundatmern?

Die Ursache des Speichelflusses liegt meist nicht in einer verstärkten Speichelbildung (Hypersalivation). Es handelt sich bei diesen Kindern vielmehr um ein falsches Schluckmuster; die Schluckfrequenz (Häufigkeit des Schluckens) ist herab gesetzt. Aufgrund der Hypotonie im orofazialen Bereich (herabgesetzte Muskelspannung im Mundbereich) ist kein Mundschluss vorhanden, die Zungenruhelage befindet sich am Mundboden oder zwischen den Zähnen (interdental), häufig fehlen die Lippenlaute        (z. B. /b/ und /m/). Die Atmung ist flach und dadurch kann die Sauerstoffaufnahme reduziert sein. Durch die offene Mundhaltung ergeben sich häufiger Erkältungskrankheiten.

Man spricht hier von einer Myofunktionellen Störung, d. h. einer Muskelfunktionsstörung im Mundbereich.

Ist logopädische Therapie bei Sabberkindern und Mundatmern so früh sinnvoll?

Eine logopädische Therapie ist auch in diesem Fall ab 2 Jahren möglich und sinnvoll. In der Regel dauert sie 10 bis 20 Therapieeinheiten und beinhaltet neben spielerisch durchgeführten Übungen eine ausführliche Elternanleitung.

Was können Sie tun?

  • Nasenatmung bewusst machen z. B. Riechspiele
  • Nasenblasespiele
  • Schnäuzen üben (ab 2 Jahre!)
  • Eltern sollen gutes Vorbild für Mundschluss und Körperhaltung sein
  • Mundmotorische Übungen (Logopädie)

Praxis für Logopädie A. Kittel

Inh. Nina Förster
Nürtinger Str. 5
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T: +49 (71 23) 20 02-41



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