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Tipps für Eltern

Sprachförderung für 4- bis 6-Jährige

Was sollten Eltern grundsätzlich beachten?

Wenn das Kind etwas nicht korrekt spricht, ist indirektes Korrigieren wichtig: Gesagtes aufnehmen und korrekt wiederholen

>> Z. B. wenn das Kind sagt: „Ich bin zum dünen Auto gelauft.“, reagiert Vater oder Mutter: „Echt? Du bist bis zum grünen Auto gelaufen?“

>> „Ich hole meine Suhe“ sagt das Kind und Vater / Mutter antworten: „Genau, hol schon mal deine Schuhe“ („sch“ etwas mehr betonen)

  • Keine permanente Aufforderung zum Sprechen -> Gefahr der Sprechunlust
  • Kind braucht neue Wörter nicht zu wiederholen
  • Nicht auf Nebensätze verzichten
  • Kontraste verwenden, z.B. „Ich habe dir was mitgebracht - Guck mal, was ich dir mitgebracht habe.“
  • Keine übertriebene Betonung und Artikulation
  • Wenn vorhanden: Dialekt sprechen!
  • Deutliche, aber nicht übertrieben lange Pausen zwischen den Sätzen
  • Bei Zweisprachigkeit: Eltern sollen jeweilige Muttersprache sprechen. Wenn sie gut deutsch sprechen: „Sprachinseln“ in deutscher Sprache anbieten
  • Gesprächszeiten festlegen, in welchen man sich mit seinem Kind in Ruhe unterhalten kann
  • Blickkontakt beim Sprechen.
  • Auf die Fragen des Kindes eingehen.

Was hilft dem Kind, die Sprache gut zu entwickeln?

  • Ermöglichen Sie dem Kind, viele Erfahrungen mit der Umwelt zu machen, z.B. mit Matsch und Sand zu spielen oder klitschige, raue, glatte Dinge anfassen lassen.
  • Sprechen Sie bei Rollenspielen zu den Handlungen: Stellen Sie Fragen oder Aufforderungen beim „Kasperle-Theater“- oder Handpuppenspiel: Was, Wer, Wozu, Weshalb?
  • Beim Bilderbücher anschauen können Sie ebenfalls W-Fragen stellen: z. B. Wer wird vom Stuhl geschubst? Das Mädchen. Was glaubst du, warum?
  • Die Sprache wird auch gefördert, wenn Sie Quatschbücher anschauen. „Was stimmt da nicht und warum?“
  • Kurze Bildergeschichten können abwechselnd erzählt werden. 
  • Halten Sie Besuche / Ausflüge auf Fotos fest und sprechen Sie dann darüber.
  • Ermöglichen Sie das Spielen mit gleichaltrigen Kindern. Bei Streit zeigen Sie dem Kind „verbale Schlichtungsmöglichkeiten“ auf.
  • Um auf Geräusche auch Sprache aufmerksam zu machen, können Sie ein gewisses Hörtraining anbieten, z.B. still sitzen und das Kind auf Umgebungsgeräusche aufmerksam machen.
  • Bei Regelspielen achten Sie auf abwechselndes Zuhören / Sprechen / Zuhören (z.B. Memory)
  • Sie können die Merkfähigkeit fördern, z. B. indem Sie Karten auslegen, sich die Begriffe merken, dann verdecken, die Begriffe wiederholen lassen oder eine Karte wegnehmen – „Was fehlt?“
  • Sprachfördernd sind Reime. Sie können ergänzen lassen: In meinem Haus wohnt eine …. 
  • Sprachspiele wie: „Was hört sich fast gleich an?“ Maus / Laus? JA. Bohne / Boot? Nein.
  • Schaffen Sie Spielsituationen, in denen Komplexeres erfragt wird: z. B. Bauernhof: Welcher Hund schläft nicht?
  • Geben Sie spielerisch Mehrfachaufträge: z. B. „Hol den roten Ball, hüpfe zum Tisch und lege ihn in die blaue Box“

Was ist absolut keine Hilfe für das Kind?

  • Ständiges Berieseln mit Sprache oder Geräuschen (Sprechen, Musik, Hörspiele, Fernsehen, Radio…)
  • Eine ungezielte Erhöhung des Sprachangebots 
  • Nachsprechen lassen
  • Wörter „üben“ (z. B. auswendig lernen lassen)
  • Zu schnelles Sprechen (z. B. auch generell ständiger Zeitdruck)

Praxis für Logopädie A. Kittel

Inh. Nina Förster
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