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Normale Sprachentwicklung und Sprachstörungen bei Kleinkindern

– Möglichkeiten einer sehr frühen Sprachtherapie –

Normale Sprachentwicklung von 1-3 Jahren

Ab 1 Jahr

  • Zeigewort „da“
  • Erste Wörter und Lautmalereien (wau-wau, muh…)
  • Mit 18 Monaten sollten mindestens 5 Wörter geäußert werden
  • Kind sucht immer wieder Blickkontakt und unterstützt so die Kommunikation

Ab 2 Jahren

  • Mindestens 50 Wörter
  • Wortkombinationen
  • Verwendung von „auch“ und „nicht“


Zwischen 2 und 3 Jahren

  • Gebrauch von „Ich“
  • „Wortschatzexplosion“: Wenn die sogenannte „50-Wort-Grenze“ bei einem Kind zwischen dem 18. und 24. Lebensmonat erreicht ist, muss es zu einer Wortschatzexplosion kommen.
  • Das bedeutet: Ein langsamer Zuwachs von neuen Wörtern bis zum 50. Wort und danach täglich ca. 9-10 neue Wörter.

Ab ca. 3 Jahren

  • Wiederholt kurze Geschichten und Erlebnisse
  • Fragewörter neben „Wer?“ „Wo?“ Jetzt auch „Wann?“ „Warum?“
  • Gebraucht häufig Nebensätze
  • Singt und kennt Lieder
  • Gelegentlich Redeunflüssigkeiten (Silben- und Wortwiederholungen)
  • Entwicklung der Aussprache:
    • /r/ bis 3 Jahre
    • /k,g/ bis ca. 3,5 Jahre
    • /sch/ und /s/ bis ca. 4,5 Jahre
  • Versteht Mehrfachaufträge (z. B. „Hol den roten Stuhl und stell ihn in die Küche“)
  • Kann Farben zuordnen
  • Versteht Präpositionen (auf, unter, neben)


Störungen der Sprachentwicklung und Risikofaktoren

Von einer Sprachentwicklungsstörung bei Kleinkindern spricht man, wenn ein Kind z. B.

  • Ab 12-15 Monaten nicht zu sprechen beginnt
  • Sich überwiegend durch Zeigen verständigt  
  • Für sein Alter einen zu kleinen Wortschatz hat oder nur Einwortäußerungen verwendet
  • Ein mangelndes Sprachverständnis aufweist und z.B. Aufforderungen nicht versteht

Frühe Risikofaktoren:

Wenn es nicht

  • mit ca. 9 Monate „bababa, mamama, dada“ usw. plappert
  • um 12-15 Monaten die ersten Wörter spricht
  • um den ersten Geburtstag herum den „triangulären Blickkontakt“ zeigt, d.h. das Kind sollte einen Gegenstand anschauen, dann Blickkontakt zur Bezugsperson suchen und dann wieder den Gegenstand
  • mit 18 Monaten mindestens 5 Wörter äußert und das „auch“ fehlt
  • mit 24 Monaten mindestens 50 Wörter aktiv gebraucht und Äußerungen mit „nicht“ und „auch“ fehlen
  • mit ca. 2 Jahren Tätigkeitswörter mit klarem Endpunkt, z. B. aufmachen, zumachen, anziehen, ausziehen, ausleeren etc. verwendet
  • ab 2,5 Jahren Zwei- oder Mehrwortsätze spricht und keine Äußerungen des Besitzes, z. B. "Mamas Kleid" benutzt

Ursachen für Störungen in der Sprachentwicklung

Ursachen für eine Sprachentwicklungsstörung (SES) sind bis heute noch nicht ganz geklärt. Mögliche Ursachen könnten sein:

  • Frühgeburt
  • Vorübergehende Schallleitungsschwerhörigkeit (z. B. durch Mittelohrergüsse)
  • Risikofaktor „Geschlecht“: Jungen haben häufiger eine SES als Mädchen 
  • Familiäre Veranlagung für Sprachprobleme
  • Allgemeine Entwicklungsverzögerung
  • Reizüberflutung

Logopädische Therapie ab 2 Jahren

Durch eine möglichst frühe logopädische Therapie (ab 2 Jahren!) können Sprachauffälligkeiten sehr gut behandelt werden.
Falls ihr Kind bei der U7 (mit zwei Jahren) sprachlich auffällt, sollten Sie mit dem Kinderarzt zeitnah besprechen, welche Maßnahmen ergriffen werden.

 

Logopädische Therapie
Individuell, je nach Kind, kombinieren wir verschiedene Therapiekonzepte:

  1. Durch die „Konlab-Therapie“ nach Zvi Penner wollen wir erreichen, dass das Kind die Grundlagen der deutschen Sprache entdeckt. Hierbei spielt der Sprachrhythmus, also die Betonung der Wörter, eine grundlegende Rolle. Die typischen deutschen Wörter sind am Anfang stark und länger betont und am Ende schwach und kürzer. Z.B. Na-se oder Ha-se. Auf dieser rhythmischen Grundlage wird spielerisch der Wortschatz und darauf aufbauend der Satzbau erarbeitet.
  2. Durch die Therapie nach B. Zollinger wird die Sprache in Spielsituationen therapiert. Der trianguläre Blickkontakt (s. oben) wird - falls nötig - erarbeitet und das Kind soll lernen, dass es durch Sprache etwas bewirken kann. Auch das Sprachverständnis, welches im Alltag zu Hause oft nicht auffällig ist, wird gefördert.

Literaturtipps für interessierte Eltern:

Wenn Kinder die Sprache nicht entdecken
Autorin: Barbara Zollinger
Verlag Haupt
ISBN: 3258061424

Sehr frühe Förderung als Chance
Autor: Dr. Zvi Penner
Titelnummer: 3-427-50087-x

Praxis für Logopädie A. Kittel

Inh. Nina Förster
Nürtinger Str. 5
72555 Metzingen
T: +49 (71 23) 20 02-41



Sprache ist der springende Punkt.

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