Stottern bei Schulkindern und Jugendlichen

Was ist Stottern?

Die Kernsymptome des Stotterns sind:

  • Wiederholungen von Lauten und Silben, z. B. „Der A-A-A-Affe will ei-ei-ei-ei-eine Banane essen“
  • Dehnungen von Lauten, z. B. „Der Tiiiiiiiiiiiiiiiiger ist gefährlich.“
  • Blockierungen vor oder in einem Wort, z. B. „Elefanten ____fressen gerne Blä_____tter.“


Es können zusätzlich Begleitsymptome auftreten:

z. B. Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur oder zusätzlichen Bewegungen von Kopf, Armen oder Oberkörper.

Die Schwere des Stotterns kann bei einer einzelnen Person je nach Wort, Situation, Gefühlslage oder körperlicher Verfassung stark schwanken.

Geht Stottern von alleine weg?

Bei 60-80% der Kinder wird das Sprechen wieder komplett flüssig. Je jünger das Kind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit zur Überwindung des Stotterns.

Was ist die Ursache für Stottern?

Man geht davon aus, dass eine Veranlagung zum Stottern erblich weitergegeben wird. Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Durchschnitt 70 bis 80 % auf eine Veranlagung zum Stottern und 20 bis 30 % auf sonstige Einflüsse zurückzuführen sind (siehe nachfolgendes Modell).

Anforderungs- und Kapazitätenmodell

Kapazitäten des Patienten:

Emotionale Stabilität, Sprechbewegungskontrolle, kognitive Reife und sprachliche Fähigkeiten. 
Anforderungen an den Patienten: 
Erwartungshaltung der Bezugspersonen, eigenes Anspruchsniveau und Kommunikationsbedingungen. 
Das Modell besagt, dass Stottern dann mit ausgelöst und aufrecht erhalten werden kann, wenn die Anforderungen von die Sprechkapazität übersteigen – „die Waage“ ist aus dem Gleichgewicht gebracht.

Was sind die Inhalte und Ziele der Therapie in unserer Logopädie-Praxis?

  • Thematisierung und offener Umgang mit dem Stottern: Positive Auswirkung auf das Stottern
  • Lockeres, anstrengungsfreies Stottern und Sprechen (auch: willentliches Stottern, genannt „Pseudostottern“)
  • Abbau der Begleitsymptome
  • Förderung des Selbstbewusstseins
  • Stärkung der Kapazitäten und Reduktion der Anforderungen
  • Anwendung des lockeren Sprechens in Alltagssituationen (beim Telefonieren, Einkaufen….)
  • Elternberatung

Wir wenden unter Anderem folgende Therapiekonzepte an:

  • Schul-KIDS nach Sandrieser und Schneider
  • Therapie nach Van Riper

Schluss mit den Vorurteilen!

Der aktuelle Forschungsstand ergibt:

  • Stottern entsteht nicht aus einer gestörten Atmung. Eine gestörte Atmung kann aber eine Folge des Stotterns sein
  • Stottern hat keine psychische Ursache. Psychische Auffälligkeiten können aber die Folge von Stottern sein
  • Stottern wird nicht durch Nachahmung erworben
  • Bereits junge stotternde Kinder wissen, dass sie anders sprechen. Daher: Offener Umgang mit dem Thema Stottern


Links:
www.bvss.de (Bundesverband der Stottererselbsthilfe e.V.)
www.stotterninfo.ch

Praxis für Logopädie A. Kittel

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Sprache ist der springende Punkt.

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