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Stottern im Vorschulalter

Was ist Stottern?

Stottern ist eine Störung der Sprechflüssigkeit, bei der es nicht nur gelegentlich, sondern auffallend häufig zu Unterbrechungen im Redefluss kommt. Ein stotterndes Kind weiß genau, was es sagen will, ist aber im Augenblick des Stotterns unfähig, die für die Umsetzung des sprachlichen Inhaltes erforderlichen Sprechbewegungen fließend auszuführen.

Ca. 5 % aller Kinder stottern eine gewisse Zeit.

Wie zeigt sich Stottern?

Man spricht von Stottern, wenn der Sprechfluss geprägt ist durch z. B.
Wiederholungen (z.B. „Der A-A-A-Affe will ei-ei-ei-ei-eine Banane essen.“)
Dehnungen (z.B. „Der Tiiiiiiiiiiiiiiiiger ist gefährlich.“)
Blockierungen (z.B. „Elefanten ____fressen gerne Blä_____tter.“)
Begleiterscheinungen, z. B. Anspannung beim Sprechen wie Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur oder zusätzliche Bewegungen von Kopf, Arm oder Oberkörper

Stottern kann bereits mit 2 Jahren beginnen. Abzugrenzen ist Stottern von entwicklungsbedingten Unflüssigkeiten. Siehe hierzu Kleinkind/Stottern bei Kleinkindern

Was sind mögliche Ursachen für das Stottern?

Die Forschung geht von vielen verschiedenen Ursachen aus. Sicher ist, dass Stottern zwar nicht direkt vererbt wird, aber es wird vermutlich eine Veranlagung zum Stottern weitergegeben. Stotterer haben im Vergleich zu nichtstotternden Menschen etwa dreimal häufiger Verwandte, die ebenfalls stottern oder gestottert haben. Wissenschaftler gehen davon aus, dass im Durchschnitt 70-80% der Wahrscheinlichkeit, ob ein Kind stottert, genetisch bedingt ist, während Einflüsse aus der Umgebung hierzu 20-30% beitragen.

Die Ursachen für die Entwicklung des Stotterns sind noch nicht vollständig geklärt.

Das im Folgenden beschriebene Anforderungs- und Kapazitäten-Modell ist ein Ansatz, den Ursachenkomplex zu erklären:

Das Anforderungs- und Kapazitätenmodell

Wenn ein Kind heranwächst, entwickeln sich Fähigkeiten, die zum Sprechen benötigt werden: Emotionale Stabilität, Sprechbewegungskontrolle, geistige Reife und sprachliche Fähigkeiten. 
Zur gleichen Zeit wachsen die Erwartungen an die Sprache des Kindes (z. B. Erwartungshaltung der Bezugspersonen, Anspruchsniveau des Kindes und Kommunikationsbedingungen). Diese Anforderungen beinhalten schnelleres Denken, komplexe Formulierungen, schnelles Sprechen und häufige Sprecherwechsel sowie eigenständiges soziales Handeln. Das Modell besagt, dass Stottern dann ausgelöst und aufrecht erhalten werden kann, wenn die Anforderungen von außen die Sprechkapazität übersteigen – Das Gleichgewicht ist nicht mehr gegeben.

Geht Stottern von alleine weg?

Bei 60-80% der Kinder wird das Sprechen wieder komplett flüssig. Vor allem bei kleinen Kindern kann das Stottern so schlagartig wie es aufgetreten ist, wieder verschwinden.
Die Wahrscheinlichkeit, dass das Stottern von alleine weggeht, nimmt mit der Dauer des Stotterns und des Alters des Kindes ab.

Wie läuft die logopädische Untersuchung und Therapie des Stotterns ab?

Nach einem Gespräch mit den Eltern zur allgemeinen Entwicklung des Kindes sowie zum Beginn und Verlauf des Stotterns, wird das Sprechen des Kindes in verschiedenen Situationen aufgenommen und später genau analysiert. Es werden die gestotterten Silben gezählt.

Erst wenn 3% aller gesprochenen Silben gestottert werden, liegt wirklich Stottern vor.

Wenn Therapie notwendig wird, läuft diese spielerisch ab. Wichtig ist, dass die Eltern und das Kind die Angst vor dem Stottern / Sprechen abbauen können. Der offene Umgang mit dem Thema „Stottern“ ist auch bei ganz kleinen Kindern wichtig, denn diese merken schnell, wenn das Sprechen „hakt“.

Zur Unterstützung der logopädischen Befunderhebung werden unter anderem Fragebögen und Listen für Eltern verwendet, z. B.

  • SLS-Screening Liste Stottern (nach Riley, Dt.Bearbeitung: P.Sandrieser, 2003)
  • SSI-3 – Stuttering Severity Instrument
  • RSU – Reaktionen auf das Stottern der Untersucherin
  • RKS – Reaktion auf kommunikative Stressoren

Bei Vorschulkindern wenden wir in der Regel folgende Therapiekonzepte an:

  • Mini-KIDS für 2-6-jährige Kinder nach Sandrieser und Schneider
  • Therapie nach Van Riper

Die Elternberatung und ggf. die Information der Erzieherinnen nimmt in der Therapie einen zentralen Platz ein.

Praxis für Logopädie A. Kittel

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