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Stottern/Poltern

Was ist Stottern? Was ist Poltern?

Wie zeigt sich Stottern?

Stottern ist sehr individuell, denn kein Mensch stottert wie ein Anderer. Ein Prozent aller Menschen stottert, in Deutschland sind das über 800.000 und ist in allen Sprachen und Kulturen vorhanden
(Van Riper, 1982).

„Stottern bedeutet unfreiwillige Wiederholungen von Lauten und Silben, Dehnungen von Lauten und Blockierungen vor oder in einem Wort.“ (Bloodstein, 1995).
In diesem Moment weiß der Stotternde genau, was er sagen möchte, er kann es jedoch nicht störungsfrei herausbringen.

Stottern kann je nach Gefühlslage und Verfassung des betroffenen Menschen schwanken, dennoch ist Stottern keine psychische Störung!

Gibt es beim Stottern Begleiterscheinungen?

Weiterhin entwickeln Stotternde so genannte sekundäre Symptome wie auffällige Verkrampfungen der Gesichtsmuskulatur oder zusätzliche Körperbewegungen beim Sprechen. Andere Betroffene reagieren auf das eigene Stottern mit einem Vermeidungsverhalten oder der Taktik des Überbrückens (Füllwörter). Oftmals werden während des Sprechens auch schwierige Wörter gegen andere Begriffe getauscht, damit der Gesprächspartner das Stottern nicht bemerkt. 

Wie zeigt sich Poltern?

Anders als das Stottern zeigt sich das Poltern durch Symptome einer Kombination aus Sprachstörung und Sprechstörung (z. B. überstürztes Sprechen, Verschlucken von Lauten).

Im Gegensatz zum Stottern verbessert sich das Sprechen der Betroffenen, wenn sie vor Fremden reden oder wenn sich die Aufmerksamkeit auf sie richtet. Mehr über das Poltern können Sie lesen unter „Schulkinder/Jugendliche/Poltern

Geht Stottern wieder weg?

Bei ca. 60 % - 80 % (Silverman, 1996) der Stotternden tritt eine spontane Remission auf, dies bedeutet, dass das Stottern vollständig verschwindet. Ab Pubertät nimmt dies ab - stotternde Erwachsene müssen sich auf ein Leben mit Stottern einstellen.

Welche Therapieformen gibt es?

In der Logopädie gibt es zwei Hauptrichtungen:

Stuttering Modification (Modifikationstherapie)

Ziel: Rate der Stotterereignisse reduzieren.
Der Patient lernt Symptome, die die Kernsymptome überdecken (z. B. Mitbewegungen oder sprachliches Ausweichverhalten, psychische Reaktionen wie Angst und Scham), kennen und identifizieren. Erst nach Bewusstmachung, Besprechung und Reduktion dieser Strategien kann an den Kernsymptomen gearbeitet werden. Ziele sind ein "lockeres" Stottern, eine Technik zur Veränderung des Sprechens und ein guter Umgang mit dem Stottern durch Enttabuisierung und Informationsvermittlung. Die Zusammenarbeit mit der Familie und dem Umfeld werden vorausgesetzt.

Fluency Shaping (Erlernen von Sprechtechniken)

Ziel: Der Patient lernt Strategien, die die Sprechflüssigkeit erhöhen.
Die psychische Ebene ist dabei nicht einbezogen, z. B. KST (Kassler Stottertherapie), ITP (Integrative Therapie nach Holger Prüss).

In unseren Praxen werden Therapien nach van Riper, Holger Prüss, Hartmut Zückener, Schneider/Sandrieser u.a. durchgeführt.

Wietere Informationen unter www.bvss.de

Praxis für Logopädie A. Kittel

Inh. Nina Förster
Nürtinger Str. 5
72555 Metzingen
T: +49 (71 23) 20 02-41



Sprache ist der springende Punkt.

Praxis für Logopädie A. Kittel seit 1982