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Vorbeugung von Sprach- und Schluckstörungen ab Babyalter

  • Bei Kindern mit Lippen-, Kiefer-, Gaumensegelspalten oder Syndromen und bei Frühchen:
    • Elternberatung und Therapie bereits ab dem 2. Lebensmonat um spätere Störungen zu verhindern bzw. zu minimieren
  • Auf die Hörreaktionen des Kindes achten
    • Mittelohrergüsse oder –entzündungen frühzeitig behandeln lassen
  • Wenn möglich Stillen
  • Säuglingsernährung mit Flaschensauger mit großem Durchmesser der Lippenauflage 
    • z. B. Mollis, Tommee Tippee, NUK First Choice, Nuby Natural Touch
    • Die Milch sollte bei umgedrehter Flasche nur im Sekundentakt tropfen, evtl. Teesauger für die Milch verwenden
  • Fläschchen und Brust bis ca. 1. Lebensjahr, spätestens bis 1,5 Jahre abgewöhnen (auch „Einschlaf- oder Nachtfläschchen“)
  • Schnuller zwischen 1,5 und 2,5 Jahren abgewöhnen (konsequent alle Schnuller aus der Wohnung entfernen, sodass weder Eltern noch Kind „in Versuchung“ kommen)
  • Schnuller nur selten geben und nicht dem Kind überlassen, denn es ist ein „Beruhigungssauger“ und sollte auch nur als solcher dienen. Nicht mit Schnuller sprechen lassen!
  • Ab 6 Monaten Bechertrinken üben, keine Schnabeltasse oder „Radlerflasche“ verwenden siehe „Trinklernhilfen“
  • Zwischen 5. und Beginn des 7. Lebensmonats mit Beikost starten

Bei jedem Kind ist es sprachfördernd, wenn die Eltern

  • das Rollen, Kriechen, Krabbeln fördern
  • keinen Laufstall (oder nur SEHR selten) und kein Lauflerngerät verwenden!
  • keinen falschen Ehrgeiz bezüglich laufen lernen haben, Kinder sollen Entwicklungsschritte selbst erwerben
  • auf eine bewusste Lebensweise achten: keine Reizüberflutung / Überforderung
  • in den ersten 2-3 Lebensjahren das Kind nicht fernsehen lassen, danach nur in Maßen
  • ab dem 9. / 10. Lebensmonat das Kauen fördern: Brotrinde / kleine Brotstückchen / „Gemüse-Fingerfood“ (gekocht)
  • verschiedene Geschmacks- / Temperaturanregungen geben
  • dem Kind Erfahrungen im Mundbereich erlauben. Das bedeutet, dass das Kind viele verschiedene Spielzeuge und Gegenstände in den Mund nehmen darf. Dadurch wird die Grundlage für das Aussprechen von Wörtern und die Begriffsbildung gelegt (heiß, kalt, hart, weich). Für die Entwicklung des Wortschatzes ist der Mundraum im 1. Lebensjahr das wichtigste Wahrnehmungsorgan
  • viel mit Säuglingen und Kleinkindern singen, Fingerspiele machen
  • ab dem 4./5. Lebensmonat täglich Reimverse oder Bilderbücher in Reimform vorlesen (Zeitdauer auf 5-10 Minuten begrenzen)
  • mit dem Kind ab ca. 1 Jahr Bücher mit großen Situationsbildern anschauen.
  • beim Bilderbuch betrachten nicht nur abfragen („Wo ist ….?“ „Was ist….?“) und vorlesen. In diesem Alter ist es sinnvoll, gemeinsam mit dem Kind das Geschehen auf den Bildern zu erzählen. Das Kind soll sich auch einbringen dürfen, z. B. durch Zeigen.
  • mit Vorlesen von Büchern erst beginnen, wenn das Kind beim Vorlesen kurzer Abschnitte konzentriert und interessiert bleibt. Falls das Kind unruhig wird, nicht auf das Ende beharren oder den Rest der Geschichte nur erzählen.
  • Handlungen mit Sprache begleiten, Kind aber nicht mit Sprache „ertränken“

Praxis für Logopädie A. Kittel

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Sprache ist der springende Punkt.

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